Möhnesee

Der Möhnesee ist eine der größeren deutschen Talsperren und einé der wenigen in der getaucht werden darf. Das Tauchgebiet ist durch weiße Bojen abgegrenzt. Außerhalb dieser Markierung darf nicht getaucht werden, da auf dem See Schiffsverkehr herrscht. Die Maximaltiefe ist abhängig vom Füllstand der Talsperre, kann aber bis knapp an die 30m Marke kommen. Die Sichtverhältnisse sind abhängig von Jahreszeit und Wetter, aber auch sehr stark von der Anzahl der Taucher und ihrer Tarierkünste. An guten Tagen kann sie 10m und mehr betragen, an schlechten auch eher weniger.
Der Pflanzenbewuchs ist wie in Talsperren üblich eher spärlich, dafür ist der Fischbesatz aber sehr rechhaltig. Barsche, Hechte, Zander, Karpfen und Aale können bei fast jedem Tauchgang beobachtet werden, auch sind Muscheln, Süßwasserquallen und Krebse anzutreffen. Das Gewässer eignet sich für alle Taucher, also vom Beginner bis zum Fortgeschrittenen, auch Nachttauchgänge sind hier zu empfehlen.

Besonders beliebt sind zwei Tauchziele: Schiefersteilwand und Unterwasserwald. Beide Plätze sind zu erreichen, indem man aus der Bucht links heraustaucht. Tauchzeit bis zum Wald bei normaler Geschwindigkeit ca. 15-20 Minuten, im Anschluss an den Wald gelangt man an die Steilwand. Bei dem Wald handelt es sich um herabgestürzte sehr große Bäume mit mächtiger Krone. Es ist Vorsicht geboten, damit man nicht im Geäst hängen bleibt. Die Tiefen sind abhängig vom Füllstand, liegen aber meist im Bereich 18-20m. Es ist ratsam eine Lampe mitzuführen.

Der Eintritt ist gebührenpflichtig. Anzumelden an der zuständigen Tauchbasis. Tauchen könnt Ihr hier Freitags – Sonntags unmittelbar am See anmelden, unter Woche könnt Ihr mit einer 10er Karte (vorher zu kaufen) tauchen gehen.
Der Möhnesee liegt kurz vor Soest. Anfahrt von der Basis aus über die A46 bis Wuppertal-Nord, dann Richtung Dortmund bis Autobahnkreuz Unna, hier wechseln auf die A 44 Richtung Kassel, Abfahrt Anschlussstelle Soest, Möhnesee. Hier links und immer auf dieser Straße B 229 bleiben bis zum Kreisverkehr am See, geradeaus über die Brücke – Delecke Brücke – am Ende der Brücke rechts auf den gebührenpflichtigen Parkplatz.

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Historie
Die Möhnetalsperre, damals eine der größten Stauanlagen Europas, konnte 1913 nach nur fünfjähriger Bauzeit vom Ruhrtalsperrenverein in Betrieb genommen werden. Sie wurde zur Hauptstütze der Wasserversorgung des Ruhrgebietes. Auch heute noch ist sie mit über 25% Anteil am Gesamtstauraum aller Talsperren im Einzugsgebiet der Ruhr ein wesentliches Element zur Steuerung der Wasserführung der Ruhr, aus deren fließender Welle die für die Wasserversorgung benötigten Mengen entnommen werden.

Mit ihrer 650 m langen und bis zu 40 m hohen Gewichtsstaumauer aus Bruchsteinen können 134,5 Mio. m³ Wasser aufgestaut werden. Das aus der Talsperre im Normalbetrieb abgegebene Wasser wird in einem unterhalb der Mauer gelegenen Kraftwerk (Hauptkraftwerk) zur Energieerzeugung genutzt. Allerdings richtet sich die Wasserabgabe nur nach den Erfordernissen der wassermengenmäßigen Bewirtschaftung der Ruhr; die Stromerzeugung ist lediglich eine Nebennutzung. Vom Hauptkraftwerk gelangt das Wasser in den Ausgleichsweiher, aus dem die über den Tag gleichmäßig verteilte Abgabe über ein kleineres Kraftwerk (Nebenkraftwerk) in den Unterlauf der Möhne erfolgt. Die Kraftwerke werden von der Lister- und Lennekraftwerke GmbH in Olpe, einer 100%igen Tochtergesellschaft des Ruhrverbands, betrieben.

Durch einen Bombenangriff in der Nacht vom 16. zum 17. Mai 1943 wurde die Sperrmauer auf rund 77 m Länge und 23 m Höhe zerstört. Aus der Talsperre ergossen sich in nur 5 Stunden ca. 110 Mio. m³ Wasser und erzeugten eine Flutwelle von 6 -7 m Höhe, die das Möhnetal völlig verwüstete. Mehr als 1200 Menschen verloren ihr Leben. Auch im Ruhrtal bis zur Mündung in den Rhein gab es noch schwere Schäden. Das damalige Hauptkraftwerk wurde restlos vernichtet. Auch der Ausgleichsweiher unterhalb der Mauer wurde durch die Flutwelle weitgehend zerstört. Trotz der zeitbedingten Schwierigkeiten konnte die Mauerlücke noch im gleichen Jahr wieder geschlossen werden, so dass die Talsperre der Wasserwirtschaft schon nach kurzer Zeit wieder zur Verfügung stand.

1950 begann der RTV mit dem Wiederaufbau der Kraftwerksanlagen und des Ausgleichsweihers. Das neue Hauptkraftwerk wurde an den Auslauf des früheren Freispiegelstollens auf der linken Hangseite gelegt. Dieser erhielt für seine neue Verwendung eine Stahlauspanzerung und dient jetzt als Druckstollen. Zur Abgabe von Wasser aus der Sperre bei Ausfall des Hauptkraftwerkes oder bei Überschreiten seiner Leistungsfähigkeit stehen zwei Grundablassgruppen mit je zwei unabhängigen Grundablässen zur Verfügung. Die Ablassorgane jeder Gruppe bestehen aus einem Ringkolbenventil, das eine stufenlose Regulierung der Abgabe gestattet, und aus einem Gehäuseflachschieber mit Kegeldüse. Alle vier Grundablässe münden in den Ausgleichsweiher. Als Hochwasserentlastung sind in der Mauerkrone 105 Öffnungen mit einer Gesamtlänge von 262,5 m vorhanden. Durch die Verteilung dieser Öffnungen auf rund Dreiviertel der Kronenlänge entsteht beim Überlauf der Eindruck, als ob die Mauer auf fast ihrer gesamten Länge überströmt wird. Die Luftseite der Mauer ist durch hervorspringende Steine so rauh gestaltet, dass damit schon eine teilweise Energieumwandlung des herabströmenden Wassers bewirkt wird. Die eigentliche Umwandlung geschieht dann im Ausgleichsweiher, der als Tosbecken wirkt. Aus dem Ausgleichsweiher können größere Wassermengen über eine beim Nebenkraftwerk angeordnete Fischbauchklappe abgeführt werden.

Talsperren sind komplexe technische Anlagen, die einer ständigen sachkundigen Beobachtung und Betreuung bedürfen. Im Laufe der Jahrzehnte zeigte sich, dass aufgrund von Alterungs- und Verwitterungsprozessen die Durchsickerung der Sperrmauer immer größer wurde. Ähnliche Veränderungen wurden auch im Untergrund der Mauer beobachtet. Im Jahre 1970 wurde eine umfassende Untersuchung vorgenommen, die eine aussagekräftige ingenieurmäßige Beurteilung des aktuellen Zustandes der Mauer und des Untergrundes erlaubte. Mit Kernbohrungen, die bis zu 60 m unter die Talsohle reichten, wurde das Gefüge der Mauer und des Felsuntergrundes erkundet. Das Ergebnis zeigte, dass umfassende Sanierungsmaßnahmen in Angriff zu nehmen waren. Als erstes wurde im Übergangsbereich vom Mauerwerk zum Untergrund ein Arbeits-, Drainage- und Kontrollstollen vorgetrieben. Diese bei normalem Staubetrieb durchgeführte Maßnahme konnte 1974 nach 2-jähriger Bauzeit erfolgreich abgeschlossen werden. Von hier und von der Mauerkrone aus wurde in der Folgezeit die Abdichtung des Sperrbauwerkes und des Untergrundes ausgeführt. In ein umfangreiches System von Bohrungen wurden Abdichtungsmaterialien, wie Zementsuspension und elastische Kunststoffprodukte, eingepresst. Die Wasserdurchtritte konnten damit auf ein unbedenkliches Maß reduziert werden. Die zusätzlich angelegten Kontroll- und Drainagebohrungen ermöglichen heute eine kontinuierliche Überwachung der Durchsickerungsverhältnisse. Seit 1992 und in den nächsten Jahren werden die 80 Jahre alten Absperrorgane in den Schiebertürmen ersetzt und die Schiebertürme abgedichtet. Da die Talsperre wegen ihrer Bedeutung für die Wasserwirtschaft ständig in Betrieb bleiben muss, kann ein Teil der Arbeiten nur durch Taucher ausgeführt werden. Ebenfalls seit 1992 laufen umfassende Sanierungsarbeiten der luftseitigen Sperrmauerflächen (insgesamt ca. 20000 m²). Das durch Witterungseinflüsse beschädigte Natursteinmauerwerk wird repariert. Teilweise werden Natursteinflächen und Mauerwerksfugen erneuert. Im Stauwurzelbereich, also dort, wo die Möhne und die Heve in die Talsperre fließen, wurden beim Bau der Möhnetalsperre zwei Vorbecken angelegt. Der 13 m hohe und 600 m lange Stockumer Vordamm mit einem 60 m langen, festen Wehr bewirkt einen relativ gleichmäßigen Wasserstand, wodurch Versumpfungserscheinungen im flachen Zulaufbereich der Talsperre vermieden werden. Außerdem wird damit ein aus Wasserqualitätsgründen erwünschter, von der Hauptsperre abgegrenzter Wasserkörper mit speziellen gewässerbiologischen Verhältnissen geschaffen. Der Entleerung des Beckens dienen drei im Wehr eingebaute Grundablässe. In den Jahren 1982/83 musste der Stockumer Damm umfassend saniert werden, da seine Standsicherheit durch schwere Erosionsschäden in der hauptbeckenseitigen Böschung gefährdet war. Eine neu aufgebrachte Böschungssicherung aus schwerer Steinschüttung mit einem Wellenabweiser an der Dammkrone soll den Damm dauerhaft vor den hier auftretenden Wellenangriffen schützen. Die Wälder an den Ufern der Talsperren schützen den Wasservorrat und werden vom Ruhrverband naturnah bewirtschaftet. Auch im Uferschutz und bei anderen baulichen Maßnahmen werden ökologisch verträgliche Methoden angewandt.

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