Höhlentauchen

Tauchen in versunkenen Industrieanlagen – Möllerbunker

Zu den Zeugnissen vergangener Industriegiganten gehören im Industrie-Landschaftspark in Duisburg die Möllerbunker.
In der Zeit, in der die Hochöfen noch betrieben wurden, sind in den Möllerbunkern die Grundstoffe, wie Eisenerz und Koks, gelagert worden.

In den Mölleranlagen, die sich unter den Möllerbunkern befinden, wurden diese dann gemischt und mit den Möllerwagen zu den Hochöfen  transportiert. Die Mölleranlagen sind heute, bis zu einer Tiefe von ca. 8m, überflutet. Die Einbauten in den Mölleranlagen sind nicht demontiert worden, wodurch jeder Tauchgang zu einer Zeitreise wird.

Nächste Termine sind bereits geplant, bitte im Online-Kalender nachsehen oder eine Email schreiben und anfragen

Trotz einer Raumgröße von ca. 10 x 15m ist der Tauchplatz nur für Taucher geeignet, für die Tarieren kein Fremdwort ist und über einen Trockentauchanzug verfügen. Die Ablagerungen lassen sich leicht aufwirbeln. Aus diesem Grund ist die Gruppenstärke pro Tauchgang auf 4 Taucher beschränkt. Folgetauchgänge sind nur bei guter Sicht empfehlenswert.

Vorausetzungen sind zwar beschrieben, aber wenn Ihr unsicher seit, dann fragt doch einfach mal nach. Wir beraten Euch gerne. Auch fehlende Ausrüstung ist kein Problem, in unserem Center findet Ihr auch leihweise alles was benötigt wird.

Kostenpunkt pro Taucher 35 Euro p.Pers.

Tauchen im Möllerbunker – Ein Erlebnisbericht von Erik Hesse

Funktion des Möllerbunkers
Zur Stahlproduktion wurden Erze benötigt. Je nach Stahlsorte wurden diese mit unterschiedlichen Zusatzstoffen versehen. Dieses Gemisch nannte man „Möller“. Der Möller lagerte im Möllerbunker, unmittelbar neben dem Hochofen. Gut zu sehen auf dem ersten Bild sind die Bunkertaschen in denen unterschiedliche Mischungen lagerten. Unter ihnen fuhren die Möllerwagen. In diese wurde der benötigte Möller eingefüllt. Für jeden der ehemals 5 Hochöfen gab es eine Grube, aus der ein Schrägaufzug zum Hochofen führte. Der Möllerwagen fuhr über diese Grube und befüllte den Hunt, der den Hochofen mit Erz beschickte.

Tauchen im Möllerbunker
Dem Namen nach zu urteilen könnte man annehmen, dass sich der Tauchplatz in einer Bunkertasche befindet. Dieses ist nicht der Fall. Es ist die Grube des Hochofens 2, in der der Möller umgefüllt wurde. Diese ist im Laufe der Zeit mit Wasser vollgelaufen. Wir bezeichnen den „Keller“ als unseren Tauchplatz „Möllerbunker“.

Nachdem die Ausrüstung vom Vereinsheim über ca. 200 Meter Fußmarsch auf einer Schubkarre oder dem Rücken zum Bunker transportiert wurde, kommt das erste Abenteuer; der Eingang ins Reich der Möllerwagen. Dabei ist diese Luke, mit dahinter liegender schmaler Treppe zu überwinden, was mit einer Tauchflasche auf dem Rücken nicht einfach ist.

Einfacher ist es, wenn die Ausrüstung durch die Luke gereicht und auf dem engen Plateau unterhalb der Luke angelegt wird. Dieses ist allerdings so eng, dass sich dort max. 2 bis 3 Taucher anziehen können. Ein Anlegen der Ausrüstung im Gleisbereich ist selten möglich, weil der gesamte Bereich öfter unter Wasser steht.

Der erste Eindruck, den man hier unten bekommt, ist beklemmend. Es ist schmutzig, dunkel, kühl und rostig. Bei einem Blick ins Wasser kann der Eindruck entstehen, dass man in einem Kohlenkeller tauchen wird. Mit angelegter Ausrüstung überquert man das Gleis und geht die ersten Stufen der Treppe hinunter. Hier legt man die Flossen an, macht einen letzten Ausrüstungscheck und taucht ab. Nach einem 90° Schwenk nach links, geht es „unter Tage“.

Jetzt stellt man fest, dass das Wasser klar und die Sichtweite nur durch die Bunkerwände begrenzt ist. Man hat ein Gefühl, wie beim Wracktauchen. Der Raum ist auf dem Grund ca. 10 x 10 Meter groß. An der Oberfläche ca. 10 x 15 Meter, weil er im Bereich der Schrägaufzüge nach oben breiter wird. Die Sichtweite hat aber auch eine Tücke. Schlägt man einmal auf dem Boden auf, wird das Sediment aufgewirbelt. Je nach Intensität kann die Sichtweite schnell gegen 0 gehen, was zum Abbruch des Tauchganges führt.

Folgt man der Treppe bis zu einer Wassertiefe von ca. 3 Metern (die Tiefenangaben variieren, je nachdem wie hoch das Wasser im Gleisbereich steht) zweigt rechts eine Arbeitsplattform ab. Rechts neben ihr befinden sich die Vorladeeinrichtungen in denen der Möller das Transportmittel wechselte. Die Eingangstreppe macht an der Rückwand einen erneuten Schwenk um 90° nach rechts. Auf dem Grund haben wir eine Wassertiefe von ca. 6 Metern. Bei einem Blick nach rechts, entdeckt man einen gelben Metallbehälter und hat dahinter den direkten Blick auf die Schrägaufzüge. Auf dem linken befindet sich ein Hunt. Der Bereich unter der Arbeitsbühne und den Vorladeeinrichtungen ist betauchbar. An den Wänden findet man Reste von Bedienelementen. An den Betonklötzen kann man Schnecken finden. Stichlinge sind im Bereich der Schrägaufzüge auch keine Seltenheit.

Auf keinen Fall sollte man die Öffnungen in der Decke der Grube vergessen. Im hinteren Bereich ist es so dunkel, dass man sie von unten oft nicht wahr nimmt. Sie befinden sich an den Breitseiten der hinteren Pfeiler und man sollte dort einmal auftauchen, um sich bewusst zu machen, dass im Falle einer Notsituation dort ein „Fluchtweg“ offen steht.

 

 

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